

Grundlage der Behandlung ist die Philosophie, dass sich der Körper selbst
helfen kann. Entscheidend sind die Faktoren, die ihn daran hindern. Das klingt
banal, ist aber ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Therapieformen.
Ein Beispiel: Kniegelenkschmerz. Während oftmals ausschließlich das
Knie behandelt wird, fragen wir uns: Was erzeugt immer wieder die Fehlbelastung
im Knie und verhindert die Heilung? Oder auch: "Was verhindert
die Rückkehr des Systems in die Mitte?
Die Antwort könnte lauten: Eine alte Fehlstellung im Fuß ist
die Ursache und bei jedem Schritt konzentriert sich die Kraftübertragung
auf einen Punkt im Kniegelenk an dem sich schließlich ein Knorpelschaden
entwickelt. Die Behandlung würde sich nun auf die Funktionsstörung
im Fuß konzentrieren.
Auch ein Beckenschiefstand als Folge einer alten Verletzung oder eine Störung
im Kiefergelenk wären als Ursache möglich. Vergessen Sie nie: der
Körper funktioniert nur als Einheit in der es unzählige Wechselbeziehungen
gibt.
Mit Hilfe der Applied Kinesiology können Komponenten im gestörten
Gesamtsystem untersucht und ihre Bedeutung für den individuellen
Patienten eingeschätzt werden. Denn: nicht jede Fußstörung muß
zu Knieschmerz führen und nicht jede Kieferanomalie bedarf der Korrektur.
Meine Behandlung beginnt zunächst auf der Strukturseite und wird nur mit
den Händen durchgeführt. Dabei können mit osteopathischer Technik
in unserem Beispiel alte Blockierungen zwischen den Fußgelenken gelöst,
oder über Muskelbehandlungen der Beckenschiefstand verändert werden.
In dem Moment, in dem der Patient von der Liege aufsteht, funktioniert sein
Bewegungsablauf freier und damit die Belastung des Knies symetrischer als vorher
und der Körper hat eine Chance ein neues, besseres Gleichgewicht zu finden.
Schmerzen und Entzündungen sind nicht mehr notwendige Folgen. Biochemische
Störungen können parallel zur Struktur behandelt werden. Dies kann
zum Beispiel eine Vitaminempfehlung, eine Amalgamausgleitung oder eine Darmpilzbehandlung
sein.
Viele Menschen betrachten ihren Körper als selbstverständlichen Gebrauchsgegenstand,
der im Gegensatz zu Autos und anderen Maschinen keinerlei Wartung bedarf. In
unserer modernen Zivilisation sind die negativen Einflüsse auf unseren
Körper so groß, daß dies nicht zutrifft.
Im Zahnbereich haben wir uns langsam an den Gedanken gewöhnt, daß
eine rechtzeitige Prophylaxe Probleme und Kosten vermeiden kann und die Lebensqualität
sichert. Im übrigen Körperbereich sind wir noch weit von solcher Einsicht
entfernt. Natürlich treten massive Störungen wie Arthrose, Bandscheiben-vorfälle
und Wirbelversteifungen nicht von ungefähr auf. Sie alle haben eine Vorgeschichte,
die zum Teil über viele Jahre zurückreicht. Und häufig werden
ihre Vorboten bemerkt, ihre Bedeutung aber nicht verstanden oder einfach ignoriert.
Wenn unser Körper uns signalisiert, dass er sich in einer Spannungssituation
befindet, aus der er mit eigener Kraft nicht mehr herauskommt, sollten wir diese
Botschaft verstehen und danach handeln. Versuchen Sie über eigene Initiative
eine Veränderung in Ihrem Dreieck der Gesundheit zu bewirken
und sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Nur eine optimale Funktion von Biochemie, Körperstruktur und Geist sichert
Ihre volle Leistungsfähigkeit und bildet die beste Prophylaxe gegen strukturelle
Schäden im Bewegungsapparat.